Warum wir an Mondtagen kein Ashtanga Yoga praktizieren

Es gibt viele Mythen und Theorien über den Mond und seinen Einfluss auf den Menschen. Auch im Ashtanga Yoga üben wir in Anlehnung an den Zyklus des Mondes. Wie es zu den Mondtagen im Ashtanga kam und warum wir sie für wichtig halten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Mondtage?

  2. Mondtage sind gefährliche Tage – Was Pattabhi Jois sagte

  3. Der Mond beeinflusst den Geist – Was Sharath sagt

  4. Ruhe an Mondtagen als Anerkennung natürlicher Zyklen

  5. Ruhe an Mondtagen als kulturelles Erbe

  6. Warum wir persönlich an Mondtagen nicht praktizieren

  7. Ashtanga-Yoga-Mondtage: Kalender

Vollmond in Wolken

Ein Einblick in Traditionen, Glaubenssätze und moderne Gründe, an Mondtagen zu ruhen.

Was sind Mondtage?

Mondtage im Ashtanga Yoga sind Vollmond und Neumond. An diesen Tagen wird traditionell empfohlen, die Asana-Praxis ruhen zu lassen. Überall auf der Welt legen Ashtangis an diesen Tagen eine zusätzliche Ruhetage ein.

Vollmond und Neumond treten auf, wenn Mond und Sonne in einer exakten Linie zur Erde stehen. Entscheidend dafür, ob ein Tag als Mondtag gilt, ist der genaue Zeitpunkt, zu dem der Mond voll oder dunkel wird. Nach westlichen Mondkalendern gilt der Tag, nachdem der Mond eine Linie mit der Sonne erreicht hat. Indische Kalender definieren hingegen den Moment, bevor der Mond seinen "Höchststand" erreicht hat, als Mondtag.

Aufgrund der Erdrotation variieren diese Momente mit den Zeitzonen. In unterschiedlichen Zeitzonen können daher unterschiedliche Mondtage gelten.

Mondtage sind gefährliche Tage – Was Pattabhi Jois sagte

Da wir selbst nicht mit Pattabhi Jois praktiziert haben, können wir nur das wiedergeben, was seine SchülerInnen von ihm gelernt haben. Im Wesentlichen werden zwei Gründe genannt:

Erstens war er Pattabhi Jois Meinung, dass die besondere Konstellation von Sonne und Mond bei Voll- und Neumond einen signifikanten Einfluss auf die menschliche Energie habe und damit ein erhöhtes Risiko für schwere körperliche Verletzungen mit sich bringe.

Zweitens war Pattabhi Jois ein Brahman und musste besonderen Pflichten im Tempel und im Haushalt nachkommen musste. Diese ließen womöglich keine Zeit, um an Mondtagen nebenbei Ashtanga Asana zu lehren.

Der Mond beeinflusst den Geist – Was Sharath sagt

Sharath stimmt mit seinem Großvater überein und erklärt, dass die Position der Erde und des Mondes die energetischen Zustände des Menschen auf körperlicher und mentaler Ebene beeinflussen. Unser Geist an Mondtagen aktiver und erhöhe in der Ashtanga Yoga Asana Praxis an Mondtagen das Risiko körperlicher, geister und emotionaler Verletzungen.

Ruhe an Mondtagen als Anerkennung natürlicher Zyklen

Körperliche Ruhe an Mondtagen ist eine Möglichkeit, uns dem natürlichen Zyklus des Universums anzupassen. Dies dürfte auch die Grundlage für die Empfehlung von Pattabhi Jois und Sharat sein, bei Voll- und Neumond Pause von der Asana-Praxis einzulegen.

Die Vorstellung, der Mond beeinflusse die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen, scheint hauptsächlich auf der Anziehungskraft des Mondes auf Wasser zu beruhen. Da der Mensch zu 50–65 % aus Wasser besteht, wird angenommen, dass während der Mondphasen energetische Kräfte auf uns einwirken. Vollmond und Neumond verkörpern dabei die entgegengesetzten Spitzen des lunaren Energiespektrums.

In der indischen Tradition ist der Glaube an den Einfluss der lunaren Energie auf Körper und Geist fest verankert. Vollmond und Neumond markieren die stärksten Momente der jeweiligen Energien. Daher soll der Einfluss auf die Energiekanäle des Körpers an diesen Tagen besonders signifikant sein. Indem Praktizierende an Mondtagen einen Ruhetag einlegen, ehren sie die natürlichen Rhythmen des Mondes.

Der Vollmond und die Zeit davor werden mit Prana in Verbindung gebracht, der aufsteigenden Kraft, die uns mit zusätzlicher Energie versorgt, uns aber auch kontaktfreudiger, eigensinniger und weniger empfänglich für feinstoffliche Energien sein lässt.

Der abnehmende Mond und der Neumond hingegen werden mit Apana, der abwärts gerichteten Kraft, in Verbindung gebracht, die uns geerdeter, introvertierter und weniger energiereich macht.

Ruhe an Mondtagen als kulturelles Erbe

In verschiedenen östlichen Gemeinschaften und Religionen, wie dem Hinduismus und Buddhismus, gelten Mondtage als wichtige spirituelle Ereignisse, an denen Tempelrituale vollzogen werden. Daher sind Vollmond und Neumond in einigen Kulturen offizielle Feiertage.

Warum wir persönlich an Mondtagen nicht praktizieren

Wir persönlich praktizieren an Mondtagen hauptsächlich aus zwei Gründen nicht.

Zum einen, der Linie unserer LehrerInnen folgend, aus Respekt vor der Tradition. Mondtage als Ruhetage sind tief in der Tradition des Ashtanga Yoga verwurzelt. Zum anderen fühlt es sich energetisch ausgewogen und gesund an, zusätzliche Ruhetage in einem regelmäßigen, vom Mond bestimmten Rhythmus zu nehmen.

Wir praktizieren beide 6 Tage pro Woche. Die Pausen an den Mondtagen machen diese intensive Praxis nachhaltig. Sie erlauben dem Körper, sich zu erholen, zu heilen und zu verjüngen, verhindern Überanstrengung und fördern so das allgemeine Wohlbefinden.

Nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Mondtage unterstützen das Loslassen der körperlichen Praxis, erlauben es uns, einen späteren Abend zu genießen, ein größeres Abendessen zu essen oder einfach etwas länger zu schlafen. Sie sind auch die perfekte Gelegenheit, um in den frühen Morgenstunden praktische Dinge oder konzentrierte Aufgaben zu erledigen. Und zu guter Letzt freuen wir uns darauf, nach einem zusätzlichen Ruhetag wieder auf die Matte zu gehen.

Ashtanga-Yoga-Mondtage: Kalender

Du möchtest wissen, wann die diesjährigen Mondtage anstehen? Dann kannst du mit nur einem Klick unseren Ashtanga Yoga Mondtageskalender zu deinem persönlichen Google-Kalender hinzufügen. Wir aktualisieren die Kalender Deutschland (GMT+1) und Großbritannien jährlich.

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